Editorial

https://doi.org/10.30820/2504-5199-2019-2-3

In der Tat – in der Psychotherapie-Landschaft bewegt sich zurzeit einiges. Dass die Ankündigung eines Wechsels vom Delegations- zum Anordnungsmodell bei einem Teil der Ärzt*innenschaft so hohe Wellen schlagen würde, überrascht. Als wäre bei jenen Chefärzt*innen, die sich nun so sehr gegen das Anordnungsmodell wehren, die Zeit stehen geblieben. Sie kennen sich im ambulanten Bereich, in den Realitäten der Praxen ja kaum aus. Der Bericht der Präsidentin und der Beitrag von Marianne Roth in der Rubrik «Debatte» geben vertiefte Einblicke in diese Kontroverse.

In der Rubrik «Aktuelles» lesen Sie ausserdem Berichte aus dem Sekretariat, der Suisse Romande und der Svizzera Italiana. Neu fügen wir auch eine Rubrik «Tagungen» in die Heftstruktur ein. Gabriela Rüttimann berichtet über den Tag der freien Berufe.

Unter der Rubrik «Psychotherapie international» finden Sie wie üblich einen Bericht über die EAP-Meetings, wie auch eine Aktualisierung aus Deutschland, wo mittlerweile der Bundestag das Reformgesetz zur Psychotherapie verabschiedet hat: Auch dort herrscht Bewegung in der Psychotherapie-Landschaft!

In der Rubrik «Debatte» bringen wir eine Leserzuschrift zum Psychotherapiegesetz von Kurth Roth und nebst dem erwähnten Bericht zum Zwist mit Teilen der Ärzt*innenschaft auch einen kritischen Beitrag von Peter Lehmann zur Verschreibung von Antidepressiva und Antipsychotika.

Die Rubrik «Fokus» enthält zwei Beiträge von Peter Schulthess. Der eine betrifft den unverkennbaren Trend der Akademisierung der Psychotherapie-Weiterbildung. Man beachte den Hinweis auf eine Tagung zu diesem Thema am 28. März 2020 in Zürich. Der andere betrifft die Konversionstherapie (einen Ansatz, Homo­sexuelle zu «therapieren» mit dem Ziel der Umorientierung zur Heterosexualität), die man in der Schweiz eigentlich als nicht existent erachtet hatte, deren Existenz nun aber wiederholt in den Medien bekannt gemacht wurde. Die ASP nahm fachlich Stellung dazu.

Nicht fehlen darf auch diesmal unter der Rubrik «Nachgefragt» ein Interview mit einem Verbandsmitglied, diesmal mit Elisabeth Ansen Zeder aus der Romandie.

Karl Brühwiler beschreibt in seinem Beitrag in der Rubrik «Wissen» die besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitete Cybersucht und deren Therapiemöglichkeiten.

Abgerundet wird das Heft durch eine Buchbesprechung von Brühwilers Schrift Auf dem Weg zum Mann, die sich insbesondere an Jugendliche richtet.

Den Schlusspunkt stellt wie immer der Veranstaltungskalender dar.

Ich wünsche eine anregende Lektüre!

Peter Schulthess, Redaktionsleiter

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