Die vielen Gesichter der Trauer: Anregungen zum Umgang mit Trauer und Trauernden

Christian Metz

Abstract


Zusammenfassung: Trauerprozesse verlaufen individuell unterschiedlich. Hilfreiche Trauer-Modelle und Konzepte zur Trauerberatung bzw. -therapie sind aus der persönlichen Erfahrung von Betroffenen weiter zu entwickeln. So sind die Phasen- und Stufenmodelle in der neueren Trauerforschung zunehmend aufgegeben worden, wiewohl sie zur Orientierung für spezifische Interventionen in der therapeutischen/psychiatrischen Praxis nach wie vor verwendet werden. Die Lebensbedeutung von drohenden / erlittenen (primären wie sekundären) Verlusten ist für das Verständnis und entsprechende Begleiten von Trauer(nden) unverzichtbar. Etwaige Risikofaktoren als mögliche Stolpersteine auf dem Weg einer (erschwerten) Trauer sind bereits präventiv zu berücksichtigen. Traueraufgaben sprechen die eigenverantwortliche (Handlungs-)Kompetenz der Betroffenen an. Der Aspekt der aberkannten Trauer und die Betonung der fortdauernden Beziehungen verleihen der Trauer einen erweiterten Platz auch im sozio-kulturellen Kontext. Die Unterscheidung von nicht-erschwerter Trauer / erschwerter Trauer / traumatischer und komplizierter Trauer trägt dazu bei, die jeweiligen Trauerprozesse im Zeitverlauf und mit den entsprechenden Erfordernissen für eine Begleitung bzw. Therapie zu benennen.

Abstract: Mourning processes are individually different. Helpful grief-models and concepts to grief counselling or -therapy should be developed from the personal experience of those affected. Thus, the phase and stage models in recent research have been increasingly abandoned, although their use as guidance for specific interventions in the therapeutic / psychiatric practice remains. The meaning of life of impending /suffered (both primary and secondary) losses is essential for the understanding of, and appropriate accompaniment of mourning. Possible risk factors as potential stumbling blocks on the path of a (complicated) grief have to be considered pre-emptively. Mourning tasks emphasize the self-responsible competence (of action) of those involved. But the aspect of disenfranchised grief and the emphasis on continuing bonds provide an expanded place of mourning in the social-cultural context. The distinction of non-hindered grief / hindered grief / traumatic and complicated grief helps to identify the particular grief processes over the time and with the appropriate requirements for a companion or therapy.


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