Psychotherapie im Spannungsfeld komplementärer Heilmethoden von Aromatherapie bis Yoga: eine Untersuchung an AnwenderInnen und InteressentInnen von Komplementärmethoden

Ursula Margreiter, Michaela Felber, Gernot Schwentner

Abstract


Ziel der vorliegenden Studie war es, das Verhältnis von Psychotherapie und Komplementärmethoden aus Sicht von Interessentinnen und „Konsumentlnnen“ komplementärer Verfahren näher zu beleuchten. Unter Komplementärmethoden werden Grenzmethoden des Heilens von Körper und Seele verstanden, die nicht den regulären Behandlungsmethoden „heilender“ Berufe (Ärztinnen, Psychotherapeutlnnen, Psychologinnen, Priester und Seelsorgerinnen) zuzurechnen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der Schwerpunkt der Psychotherapie aus Sicht der Befragten in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Stärkung des Selbstbewusstseins und seelische Heilswirkung liegt, während jener von Komplementärmethoden in den Bereichen Entspannung, Magie und Vermittlung alter Weisheit gesehen wird. Komplementärmethoden werden als ganzheitliche Verfahren wahrgenommen, denen man sowohl große seelische wie auch körperliche Heilswirkung zuschreibt. Im Gegensatz zur Psychotherapie sind sie nicht mit dem Stigma der „Krankenbehandlung“ behaftet. Komplementärmethoden stellen ein vergleichsweise niederschwelliges Angebot dar, auf das man u.a. über Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis aufmerksam wird. Unverbindlichkeit und leichte Zugänglichkeit von Komplementärmethoden bergen die Gefahr in sich, dass Komplementärmethoden auch für Probleme herangezogen werden, zu deren Bewältigung Psychotherapie indiziert wäre.

Schlüsselwörter:
Psychotherapie; Komplementärmethoden; alternative Psychotherapieverfahren; Esoterik

Volltext:

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Copyright (c) 2004 Ursula Margreiter, Michaela Felber, Gernot Schwentner

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