Systemische Therapie: Zwischen den Stühlen

Tom Levold

Abstract


Die Systemische Therapie hat als eigenständige Grundorientierung in der deutschen Psychotherapie-Landschaft einen Platz als erfolgreicher Außenseiter einnehmen können, ohne jedoch bislang als anerkanntes Verfahren auch Zugang zu den psychotherapeutischen Versorgungssystemen zu erhalten. Der Aufsatz zeigt auf, dass die machtpolitische Organisation systemischer Interessen im Spannungsfeld konzeptueller Offenheit („Brokerage“) und organisationaler Schließung („Closure“) stets einer gewissen Ambivalenz unterlag. Diese Ambivalenz zeigt sich auch in der Geschichte des systemischen Feldes, die sich weniger als die Geschichte einer spezifischen Psychotherapie-Schule als die einer „Bewegung“ beschreiben lässt. Die spannende Frage, die gegenwärtig auch den systemischen Diskurs dominiert, ist, ob die Identität des systemischen Ansatzes erhalten bleiben kann, wenn die Systemische Therapie sich auf die Folgen ihrer womöglichen Anerkennung einlässt oder ob die Außenseiterrolle gar konstitutiv für den systemischen Ansatz sein könnte.

Schlüsselwörter Systemische Therapie, Therapieschule, therapeutische Bewegung, therapeutische Grundorientierung, Psychoanalyse, Psychotherapeutengesetz, Profession, Macht

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