Die Aufmerksamkeits- und/oder Hyperaktivitätsstörung als kulturgeschichtliches Phänomen

Rolf Haubl

Abstract


Die Aufmerksamkeits- und/oder Hyperaktivitätsstörung wird in diesem Aufsatz nicht als klinisches, sondern als kulturhistorisches Phänomen besprochen. Ich vertrete die These, dass sich die Symptome, die bei den Kindern und Jugendlichen festgestellt werden, in die Geschichte der modernen Nervosität einordnen lassen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Nervosität ist dabei eine Erregung, die - epochentypisch gefärbt - in gesellschaftlichen Umbruchsituationen auftritt und auf unsichere Bindungen verweist. Folglich handelt es sich um ein soziales Problem, das in das Medizinsystem verschoben worden ist und dort vor allem medikamentös behandelt wird. Dadurch diskutieren Erwachsene - kontrovers - über die effektive Therapie von kranken Kindern und Jugendlichen, statt sich für gesellschaftliche Lebensbedingungen einzusetzen, die ihre Söhne und Töchter nicht überfordern.

Schlüsselwörter Aufmerksamkeits- und/oder Hyperaktivitätsstörung; Nervosität; Bindung; Kulturgeschichte; Gesellschaftswandel; Medikalisierung

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